KINODIA – Sonderschau 2020

Wenn die bewegten Bilder keine Lust zum Laufen haben …
Sonderschau 2020 im Kinomuseum Klagenfurt

Seit den Anfängen der Kinematographie gehören auch die Standbilder zum Kino. Vom „Herzlich Willkommen“ über Hinweise wie „Die Wochenschau läuft nach dem Hauptfilm“ bis zu Ermahnungen „Es wird gebeten die Vorführung nicht durch unangebrachte Äußerungen zu stören“ begleiteten die Kinodia die Vorstellung. Vor einem Diapositiv fürchteten sich die Filmvorführer, denn es bedeutete Stress in der Kabine: „Entschuldigen Sie bitte die kurze Unterbrechung“.

Aber das Kinodia konnte noch mehr: Für die Geschäfte im Ort waren die Informationen auf der Leinwand eine günstige Alternative zu einem Werbefilm, der sehr viel mehr gekostet hätte. Ob Tankstelle, Seifenfabrik oder Trachtenstube, das Publikum sah die lokale Werbung auf jener Leinwand auf der sich auch die großen Filmstars tummelten.

Noch wusste niemand in Österreich etwas von „Social Advertising“ und doch warben das Rote Kreuz, die Feuerwehr und auch die Sternsingergruppe St. Ruprecht mit einem Kinodia für Ihre Angelegenheiten. Auch zur Ankündigung von Veranstaltungen eigneten sich die – manchmal vom Vorführer selbst gemachten – Kinodia bestens.

Die 8,5 mal 8,5 cm großen Diapositive zwischen zwei dünnen Glasplatten sind inzwischen aus den Kinosälen verschwunden, aber die elektronischen Nachkommen der Kinodia gibt es noch immer. Die Gestaltung verrät sehr viel über die Zeit in der die Diapositive entstanden sind. Das Kinomuseum zeigt in seiner Sonderschau 2020 eine kleine Geschichte der Kinodia aus den 1930er bis 1960er Jahre.

Die geplante Ausstellung „Auf der Suche nach dem schwarzen Chauffeur“ muss aus organisatorischen Gründen auf 2021 verschoben werden. Das Kinomuseum, gemeinsam mit der Lendcanaltramway und dem Stadtverkehrsmuseum ist ab 4. Juli 2020 jeweils samstags und sonntags von 10.00 – 18.00 Uhr geöffnet.

Sonderschau „KINODIA“ im Kinomuseum Klagenfurt

AUF 2021 VERSCHOBEN !! Tag der offenen Tür

Als Vorschau auf die heurige Saison im Kinomuseum am Lendkanal wollen wir den Besucherinnen und Besuchern am 1.Mai die Sonderschau 2020 vorstellen, die sich mit Kärntens ältesten – leider verschollenen – Spielfilm „Der schwarze Chauffeur“ beschäftigt. Die Sonderschau wird alle verfügbaren Informationen über den Film zusammentragen und hofft so, eine Spur zum verschollenen Stummfilm von 1917 zu finden. Außerdem wollen wir zeigen, was wir den Winter über so alles bekommen haben.

Das Kinomuseum ist am Staatsfeiertag ab 14.00 Uhr geöffnet und bietet einen ersten Eindruck von der heurigen Sonderschau mit dem Titel „Wo ist der schwarze Chauffeur“.
Die Lendcanaltramway ist wieder auf Schiene und präsentiert den überholten und aufpolierten Triebwagen Nr. 25 und auch das „Buffet zur Tramway“ ist wieder geöffnet.

Wir freuen uns auf ihren Besuch am Freitag, den 1. Mai 2020 beim Tag der offenen Tür, von 14.00 – 18.00 Uhr.

Vorschau: Sonderschau 2021

„Lange Nacht der Museen“ am 5.10.2019 im Kinomuseum

Erich Kästners Buch und Film „Das doppelte Lottchen“ hat uns unsere Idee zur „Langen Nacht der Museen“ geliefert. Das Kinomuseum ist am 5. Oktober 2019 nicht nur am Lendkanal in der Wilsonstraße 37 zu finden, wir haben auch eine Außenstelle im ORF-Landesstudio Kärnten in der Sponheimerstraße 13. An beiden Ausstellungsorten wollen wir die Geschichte des Films und des Kinos mit vielen Exponaten und Fotos erzählen.

Weitere Informationen unter www.kinogeschichte.at

Sonderschau 2019 „Kärntner Landkinos“

Ein Kinobesuch – einst wichtiger Teil der Freizeit -war früher nicht nur in den großen Städten möglich. Die Teenager der 1950er und 60er Jahre hatten ihr Lichtspieltheater meist vor der Haustür oder in unmittelbarer Umgebung. Dieser Zeit mit ihren mehr als 50 Kinos in Kärnten will das Klagenfurter Kinomuseum am Lendkanal in seiner heurigen Sonderschau nachgehen. Neben der Erinnerung an die Kinos und Filme von damals gilt es auch einen Blick auf die „Landkinos“ von heute – wie das Millino, oder das Kulturkino Gmünd – zu werfen, die ganz gegen den Strom der Zeit das Kinofähnlein hochhalten.

Ein Tonfilm-Projektor »AEG Euro-M« aus dem ehem. Kino Landskron bei Villach ist das zentrale Objekt der Landkino-Ausstellung. Von den frühen 1950er Jahren – der großen Zeit der Landkinos – bis zu deren Ende in den späten 1970ern wollen wir den Bogen spannen und Dokumente,Fotos und viele weiter Erinnerungsstücke zeigen. Das Kinomuseum lädt ein zu einer Reise „Zurück in die große Zeit der kleinen Kinos“.

Das Museum | Prechtl, Ernemann und der Kaiser
Das Kinomuseum zeigt die Geschichte des Kinos in Kärnten seit seinen Anfängen. Zu den Höhepunkten gehören die Kassa von Prechtls Wanderkino aus dem frühen 20. Jahrhundert und der älteste jemals in Klagenfurt gedrehte Film aus dem Jahre 1911 mit Kaiser Karl I.

Die Entstehungsgeschichte aller Klagenfurter Kinos wird genauso gezeigt wie ein Blick auf die internationalen Filmproduktionen,die hier entstanden sind. Dem Amateurfilm ist ein eigener Raum gewidmet, der die Geschichte des „Schmalfilms“ zurückverfolgt bis in die 1920er Jahre. Eine Ernemann VIIIb – ein funktionstüchtiger Kinoprojektor aus den 1950er Jahren vervollständigt die Sammlung, die auch die Geschichte aller Klagenfurter Kinos dokumentiert.

Ort: Kinomuseum & Lendkanaltramway, Wilsonstraße 37, 9020 Klagenfurt
Öffnungszeiten: 29. Juni -25. August 2019| jeweilsSa & So | 10.00 bis 18.00

http://www.kinogeschichte.at/kinomuseum.htm

 

 

1. Mai 2019 – Wanderkino zu Gast im Kinomuseum Klagenfurt

S.H.B Schulfilm im Kinomuseum

Schulfilme – mit einem Kino-Projektor vorgeführt – wie in der guten alten Zeit.

Als Vorschau auf die heurige Saison im Kinomuseum am Lendkanal ist am 1. Mai 2019 das Wanderkino des Filmsammlers Jürgen Kalsberger im Museum zu Gast und zeigt ab 18.30 Uhr Schulfilme – mit einem 16mm Projektor – wie aus der guten alten Zeit. Neben einem Besuch bei den Ferlacher Büchsenmachern und einer Fahrt mit der Tauernbahn, erfährt man auch – in einem Film aus dem Jahre 1963 – wie man richtig fernsieht.

Das Kinomuseum ist am Staatsfeiertag (1.Mai 2019) ab 14.00 Uhr geöffnet und bietet einen ersten Eindruck von der heurigen Sonderschau mit dem Titel „Die Kärntner Landkinos“ – die am 29. Juni 2019 eröffnet wird.

Kinomuseum Klagenfurt | Sonderschau 2019

120 Jahre Kino (1895 – 2015)

Brüder Lumière
Die Film- und Kinopioniere Auguste & Louis Lumière

Paris im Winter 1895: Ein neues Medium wird geboren!
Eine kleine Ausstellung im Schaukasten des Kinomuseums

Am 28. Dezember 1895 fand im Grand Café am Boulevard des Capucines in Paris die erste öffentliche Filmvorführung vor zahlendem Publikum statt. Die Brüder Lumière zeigten mit dem Cinématographe zehn Kurzfilme, darunter „Der begossene Gärtner“.
Der begossene Gärntner
„Der begossene Gärtner“ – der erste Spielfilm der Geschichte

Die Brüder Louis und Auguste bauten in ihrer Firma für fotografisches Zubehör in Lyon einen kastenförmigen Apparat mit Kurbel, mit dem man Filme aufnehmen, umkopieren und vorführen konnte und nannten ihn Domitor, später Cinématographe
Domitor
Domitor: Urgroßvaters iPhone – Filmkamera, Kopierwerk & Kino

Erinnerungen an einen Film, einen Zug und die KTZ

Stellwerk
Dramatik beim Stellwerk in Weizelsdorf – The Lady Vanishes (GB 1979)

Nachdem 2014 in Kärnten wieder über das Thema „Filmförderung“ gesprochen wird, soll hier an den Film „The Lady Vanishes / Tödliche Botschaft GB 1979“ erinnert werden, der im Herbst 1978 in Kärnten gedreht wurde. Die Außenaufnahmen entstanden u.a. in Weizelsdorf, Feistritz im Rosental, Dölsach und im Görtschitztal. Heute sind die Aufnahmen für jeden Film- oder Eisenbahnfreund eine Erinnerung an längst vergangene Tage.

Der Inhalt:
Wenige Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verschwindet eine alte Dame während der Fahrt eines Zuges von Bayern in die Schweiz aus ihrem Abteil. Die raffinierte Spionagegeschichte wurde von Alfred Hitchcock bereits 1938 verfilmt. Die Fernseh-Version von 1979 setzt vor allem auf Stars, kann das Original aber nicht ganz erreichen.
The Lady Vanishes (1979)
Die Kärntner Tageszeitung berichete 1978 über die Dreharbeiten im Görtschitztal, die Bahnstrecke wurde 1995 eingestellt, heute sind nur mehr wenige Reste zu finden.

Hollywood à la Görtschitztal
Letzte Außenaufnahmen für „The Lady vanishes“

Ein um den bekannten Regisseur Anthony Page versammeltes Filmteam gastiert seit einigen Tagen im Görtschitztal. Auf der von der Hammerfilm-Produktion „requirierten“ Eisenbahnstrecke zwischen Mösel und Hüttenberg entstehen die letzten Außenaufnahmen für den Spionage-Thriller „The Lady vanishes“.

Die ÖBB haben den gesamten Streckenabschnitt an die britischen Filmemacher vermietet, der Personenverkehr zwischen Mösel und Hüttenberg wurde auf die Straße „umgeleitet“. An Stelle der Schienenfahrzeuge verkehren bahneigene Autobusse.

Ein Hauch von Hollywood liegt über dem engen Tal und nicht nur Anrainer sind vom Filmfieber erfaßt worden. Die Neugierigen kommen von weit und breit. Zu sehen bekommen sie allerdings kaum etwas, denn der Drehort liegt abseits der Görtschitztal-Bundesstraße. Eine unüberbrückbare Barrikade für allzu eifrige „Schnüffler“ stellt noch der Görtschitzbach dar, so daß Page & Co. bei den Dreharbeiten kaum gestört werden.

Auf dem Gleis zwischen Fichtenwald und Görtschitzbach steht der „Hammer-Film-Expreß“. Immer wieder ist das Knattern von Maschinengewehren zu hören, dazwischen auch Pistolengeknall. Hier entscheidet sich das Schicksal des von Weltstar Elliot Gould dargestellten Detektivs, der auf sich allein gestellt, einem furchtbaren Geheimnis auf der Spur ist. Verfolgt von SS und anderen Bösewichten ist er auf der Suche nach der verschwundenen „Lady” (Cybill Shepherd). In den nächsten Tagen wird das gesamte Team, das in der Klagenfurter Sirius-Fabrik stationiert ist, nach England zurückkehren und im Studio weiterarbeiten. „Es werden noch einige Wochen vergehen, ehe alle Szenen im Kasten sind“, verrät Anthony Page, der darauf drängen wird, daß der Streifen noch heuer in die Kinos kommt.

Kärntner Tageszeitung, 4.10.1978, Nr.228, Seite 10